Exkurs: Reverse Factoring

Das Reverse Factoring (auch: Kreditoren-Factoring, umgekehrtes Factoring oder supply chain financing) zielt – im Gegensatz zum klassischen Factoring, bei dem der Factor von seinem Kunden Forderungen gegenüber dessen Abnehmern kauft und vorfinanziert – auf die Lieferantenseite.

Ein Reverse Factoring charakterisiert sich durch folgende Kriterien:

Grundsatz

  • Refinanzierung des Lieferanten (Kreditor) zwecks längerer Zahlungsziele für den veranlassenden Abnehmer (Debitor)

Meccano

  • Factor und Factoringkunde schliessen einen Rahmenvertrag, wonach sich der Factor verpflichtet die Forderungen des Lieferanten vorzufinanzieren
  • Factor und Lieferant unterzeichnen einen ergänzenden Vertrag hinsichtlich der Lieferantenforderungen gegenüber dem Initiator (Factoringkunde)
  • Factor überweist Rechnungsbetrag sofort nach Vertragsabschluss oder bei Rechnungsfälligkeit an den Lieferanten

Elemente

  • Vorfinanzierung
    • Lieferantenvorfinanzierung
  • Bonitätsprüfung
    • Bonitätsbeurteilung des Factoringkunden (Initiant)
  • Delkredere
    • Bei entsprechender Abrede übernimmt der Factor das Delkredererisiko „Confirming“)
  • Inkasso
    • Factor

History / Verbreitung

  • Alternative zum Akkreditiv, weil einfacher und zeitsparender
  • Ursprung in Spanien (Pago Certificado („zertifizierte Zahlung“))
  • International Reverse Factoring ist heute ein bedeutendes Zahlungsinstrument
    • Verbreitung v.a. in
      • Spanien
      • Lateinamerika
      • Südeuropa
  • Einsatzbereich in Ländern mit langen Zahlungsfristen (zB 3 oder 6 Monate)

Drucken / Weiterempfehlen: